Wenn du immer stark tust, obwohl du eigentlich jemanden brauchst


Vielleicht merken es die anderen gar nicht.
Du antwortest normal.
Du machst weiter.
Du klingst vernünftig.
Du sagst Sätze wie: „Wird schon.“ oder „Ich bekomme das hin.“
Und vielleicht stimmt das sogar irgendwie. Du bekommst viel hin. Aber das heißt nicht, dass es dir gut geht.
Manchmal ist Starksein nicht das gleiche wie Kraft haben.
Manchmal ist es nur das, was übrig bleibt, wenn man gelernt hat, keine Umstände zu machen.
Wenn niemand sehen soll, wie schwer es wirklich ist
Viele Menschen wirken nach außen stabil, obwohl innen längst alles wackelt.
Sie wollen niemanden beunruhigen.
Sie wollen nicht dramatisch wirken.
Sie wollen nicht erklären müssen, warum etwas gerade so weh tut.
Sie wollen nicht hören, dass sie positiv denken sollen.
Sie wollen nicht schon wieder funktionieren und gleichzeitig dankbar sein müssen.
Also halten sie sich zusammen.
Ein bisschen länger.
Noch einen Tag.
Noch eine Woche.
Noch ein Gespräch.
Aber irgendwann wird dieses Zusammenhalten selbst zur Last. Dann ist nicht nur der Kummer schwer, sondern auch die Anstrengung, ihn ständig zu verstecken.
Vielleicht bist du nicht stark, sondern allein damit
Es kann sein, dass du sehr viel aushältst. Aber manchmal nennen wir etwas Stärke, obwohl es eigentlich Einsamkeit ist.
Du bist nicht stark, weil du nie jemanden brauchst.
Du bist stark, weil du so lange weitergemacht hast.
Aber auch starke Menschen brauchen manchmal einen Ort, an dem sie nicht stark sein müssen.
Einen Moment, in dem sie nicht erklären müssen, warum es gerade schwer ist.
Einen Raum, in dem sie nicht bewertet werden.
Ein Gespräch, in dem sie nicht sofort eine Lösung liefern müssen.
Vielleicht brauchst du gerade nicht den perfekten Rat.
Vielleicht brauchst du erst einmal jemanden, der dich ernst nimmt.
Dieses „Ich schaffe das schon“ kann sehr müde machen
Vielleicht sagst du oft: „Ich schaffe das schon.“
Und vielleicht hast du es wirklich oft geschafft.
Aber was hat es dich gekostet?
Vielleicht hast du deine Sorgen nachts mit dir selbst ausgemacht.
Vielleicht hast du Nachrichten geschrieben und wieder gelöscht.
Vielleicht hast du gehofft, dass jemand merkt, dass hinter deinem Lächeln etwas anderes liegt.
Vielleicht hast du dich daran gewöhnt, nur die Version von dir zu zeigen, die funktioniert.
Die ruhige Version.
Die verständnisvolle Version.
Die starke Version.
Die, die nicht zu viel braucht.
Aber irgendwo in dir gibt es vielleicht auch eine andere Version.
Die müde ist.
Die nicht mehr alles sortieren kann.
Die einfach mal schreiben möchte: „Ich kann gerade nicht mehr.“
Und diese Version darf auch Platz haben.
Du musst nicht zusammenbrechen, bevor du ehrlich sein darfst
Viele Menschen warten viel zu lange, bevor sie sich mitteilen. Sie denken, es müsse erst schlimm genug sein. Erst wenn gar nichts mehr geht. Erst wenn sie keine Kraft mehr haben. Erst wenn sie beweisen können, dass ihr Kummer berechtigt ist.
Aber du musst nicht erst am Ende sein, um schreiben zu dürfen.
Du darfst schreiben, wenn du merkst, dass dich etwas belastet.
Du darfst schreiben, wenn du dich allein fühlst.
Du darfst schreiben, wenn du nicht weißt, wohin mit deinen Gedanken.
Du darfst schreiben, wenn du immer stark tust, obwohl du eigentlich jemanden bräuchtest.
Ein erster Satz reicht.
„Ich tue immer so, als hätte ich alles im Griff, aber gerade ist es schwer.“
Mehr muss am Anfang nicht sein.
Kummerdieb ist für den Moment da, in dem du nicht mehr alles allein halten willst
Manchmal ist es leichter, nicht direkt mit Menschen aus dem eigenen Umfeld zu sprechen.
Vielleicht willst du niemanden belasten. Vielleicht fühlst du dich dort nicht sicher genug. Vielleicht möchtest du erst einmal anonym schreiben, ohne eine Rolle erfüllen zu müssen.
Genau dafür gibt es Kummerdieb.
Du kannst dich kostenlos registrieren und in deinem Tempo entscheiden, ob du schreiben möchtest. Du musst nicht perfekt erklären, was los ist. Du musst nicht stark klingen. Du musst keine fertige Lösung haben.
Du darfst einfach mit dem anfangen, was gerade da ist. Vielleicht mit einem Satz wie:
„Ich bin müde davon, immer stark zu tun.“
Du darfst einen Ort brauchen
Es ist kein Zeichen von Schwäche, wenn du dir ein offenes Ohr wünschst.
Es ist menschlich.
Kummer wird oft schwerer, wenn er nur im Inneren bleibt. Ausgesprochen bekommt er eine Form. Geteilt fühlt er sich manchmal weniger einsam an.
Vielleicht ist heute nicht der Tag, an dem alles leichter wird. Aber vielleicht ist heute der Tag, an dem du aufhörst, so zu tun, als müsstest du alles allein schaffen.
Im Mutraum findest du Texte, die dir Worte geben können. Und wenn du nicht nur lesen möchtest, kannst du dich bei Kummerdieb kostenlos registrieren und schreiben, was dich belastet.
Du musst nicht immer stark sein.
Manchmal reicht es, ehrlich zu sein.






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